8. Wartburg-Camping-Treffen in Dresden

Am 13. Juni 2026 fand das 8. Wartburg-Camping-Treffen in Dresden und Radeberg statt. Wartburg-Enthusiasten trafen sich mit ihren Wartburg-Camping-Limousinen, um gemeinsam ein besonderes Kapitel der Automobilbaugeschichte in Dresden zu erleben.

Dieses Treffen stand ganz im Zeichen der historischen Fahrzeugproduktion. Zu den Höhepunkten gehörten eine Führung durch die Gläserne Manufaktur in Dresden, der Besuch des ehemaligen Karosseriewerkes Dresden (KWD) – der Geburtsstätte vieler Wartburg Camping – sowie ein besonderer Vortrag von Herrn Horst Mohaupt, dem ehemaligen Betriebsdirektor des KWD.

Die Geschichte des Wartburg 311 Camping

Der Wartburg 311 Camping ist eine Entwicklung des Automobilwerkes Eisenach (AWE). Ab 1957 wurde er als Variante der Wartburg-311-Limousine gebaut. Die Produktion begann zunächst in Eisenach.

Die geforderten Stückzahlsteigerungen machten es jedoch erforderlich, die Fertigung der Camping-Karosserien nach Dresden in das Karosseriewerk Dresden (KWD) zu verlagern. So begann ab 1959 die Produktion des Wartburg 311 Camping im KWD.

Die Fahrgestelle wurden aus Eisenach angeliefert. Bauteile, die mit denen der Limousine identisch waren, beispielsweise die Fahrzeugfront, stellte ebenfalls das AWE zur Verfügung. Die Camping-spezifischen Karosserieteile wurden dagegen in Dresden gefertigt. Im Karosseriewerk Dresden entstanden daraus komplette, fahrbereite Fahrzeuge, die anschließend an den Vertrieb übergeben wurden.

Bild: KWD Arnoldstraße – fertig produzierte Fahrzeuge stehen zur Übergabe an den Vertrieb bereit -ca. 1965.

Insgesamt trafen sich bei der Veranstaltung 25 im Karosseriewerk Dresden gebaute Fahrzeuge.

Auftakt an der Gläsernen Manufaktur

Der erste Treff- und Sammelpunkt war die Gläserne Manufaktur in Dresden.

Bild: Aufstellung der Fahrzeuge vor der Gläsernen Manufaktur in Dresden.

In der Manufaktur nahmen die Teilnehmer an einer 75-minütigen Führung teil. Dabei erhielten wir interessante Einblicke in die moderne Automobilproduktion. Detailliert und anschaulich wurde erläutert, wie heutige Fahrzeuge Schritt für Schritt hergestellt und montiert werden – beispielsweise der VW ID.3.

Bild: Blick in die eindrucksvolle Architektur des Gebäudes.
Bild: Erläuterungen zum Fahrzeugunterboden direkt am Fahrzeug
Bild: An der „Hochzeitsstation“ wurde die Montage des Fahrwerks ausführlich erklärt
Bild: Wartburg-Camping-Limousinen warten geduldig auf ihre Fahrer

Rückkehr an die historische Geburtsstätte

Im Anschluss an die Führung in der Gläsernen Manufaktur ging es weiter zur Arnoldstraße in Dresden. Dort befand sich einst die Firma Gläser-Karosseriewerke, die nach dem Zweiten Weltkrieg in VEB Karosseriewerk Dresden umbenannt wurde.

Bild: Ehemalige Ansicht des Karosseriewerkes Dresden um 1965.

Vom früheren Karosseriewerk ist heute nur noch das damalige Verwaltungsgebäude erhalten. An diesem besonderen Ort kehrten 18 Wartburg Camping zu ihrer Geburtsstätte zurück.

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Bild: Die Wartburg-Camping-Limousinen vor ihrer ehemaligen Geburtsstätte – hier wurden sie einst gebaut.

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An der Arnoldstraße erwartete uns bereits Herr Horst Mohaupt, der ehemalige Betriebsdirektor des Karosseriewerkes Dresden.

Im Torbogen des Verwaltungsgebäudes nahm uns der 86-jährige Fachexperte mit auf eine eindrucksvolle Reise in die Vergangenheit.

Bild: Karosseriebau für den Wartburg Camping auf der Industriestrasse im Betriebsteil Karosserierohbau.

Anschaulich schilderte er unter anderem, dass die im Dresdner Betriebsteil Karosseriebau an der Industriestraße in Trachau gefertigten Rohbaukarossen einst durch genau diesen Torbogen in das Karosseriewerk geschoben wurden. Dort wurden sie lackiert um später fertig montiert zu werden.

Bild: Fahrzeugmontage im Werk auf der Arnoldstrasse in Dresden

Bild: Verwaltungsgebäude des KWD um 1965.

Heute befinden sich auf dem ehemaligen Gelände des Karosseriewerkes überwiegend Wohnhäuser.

Fahrt durch die Dresdner Heide nach Radeberg

Von der Arnoldstraße aus machten sich die Fahrzeuge auf den Weg durch die Dresdner Heide, um das heutige KWD in Radeberg zu besuchen.

Bild: Die Fahrzeuge auf der Fischhausstraße auf dem Weg nach Radeberg.

Im Karosseriewerk Radeberg, das später zum KWD gehörte, wurden unter anderem Ersatzkarosserien hergestellt, beispielsweise für die Wartburg-Modelle 311 und 312.

Ab 1977 wurde die komplette Pkw-Produktion von Dresden nach Radeberg verlagert. Von diesem Zeitpunkt an wurde der Wartburg 353 im Werk Radeberg produziert. Parallel dazu bestand in Halle eine Produktionsstätte für den Wartburg 353 Tourist.

Bild: Ersatzkarosserienproduktion im KWD Radeberg.

Besuch des KWD in Radeberg

Nach der Ankunft im KWD Radeberg gab es zunächst eine Stärkung vom Grill. An dieser Stelle ein herzlicher Dank für die hervorragende Versorgung im KWD!

Neben den Wartburgfreunden waren auch ehemalige Mitarbeiter eingeladen, die früher selbst in der Wartburg-Produktion des Karosseriewerkes beschäftigt waren. Die früheren Kollegen freuten sich sichtlich über die Ankunft der Fahrzeuge, an deren Produktion sie einst selbst mitgewirkt hatten.

In der Kantine waren zahlreiche historische und zum Teil bisher unbekannte Fotografien ausgestellt. Sie vermittelten einen eindrucksvollen Einblick in die Zeit der Wartburg-Produktion.

Bild: Eines der ausgestellten historischen Fotos in der Kantine.

Anschließend hielt Herr Horst Mohaupt einen Vortrag über die Geschichte des Karosseriewerkes und vermittelte den Teilnehmern dabei zahlreiche interessante Informationen und persönliche Erinnerungen.

Bild: Herr Mohaupt während seines Vortrags über die Geschichte des Karosseriewerkes.

Vergangenheit und Gegenwart der Karosserieproduktion

Nach dem Vortrag folgte ein Rundgang durch den heutigen Produktionsbereich. Hier konnten wir sehen, wie auch heute noch Karosseriebauteile für moderne Pkw in Radeberg hergestellt werden.

Im Anschluss an die Besichtigung der aktuellen Produktion wurde die ehemalige Produktionshalle aus der Wartburg-Zeit besucht.

 An markanten Stellen waren historische Fotografien angebracht, die einen lebendigen Vergleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart ermöglichten.

Die Besichtigung der historischen Halle war für alle Teilnehmer besonders interessant. Noch heute lassen sich Spuren der früheren Produktion entdecken. So sind beispielsweise Überreste der alten Deckenförderanlagen für Karosserien unter dem Hallendach erhalten. Auch auf dem Fußboden finden sich noch Spuren ehemaliger Führungsschienen der Karosserietransportanlagen.

Gemeinsamer Abschluss

Nach Abschluss der Führung fand ein gemeinsamer Fototermin statt.

Ein besonderer Moment war die Fahrt von Herrn Horst Mohaupt in einem Wartburg 312 Camping zum Aufnahmeort – eine schöne Verbindung zwischen der Geschichte des Karosseriewerkes, den Menschen, die dort gearbeitet haben, und den Fahrzeugen, die bis heute erhalten geblieben sind.

Das 8. Wartburg-Camping-Treffen war damit weit mehr als ein klassisches Fahrzeugtreffen. Es war eine eindrucksvolle Reise zu den historischen Wurzeln des Wartburg Camping und eine Begegnung mit der Dresdner und Radeberger Automobilbaugeschichte.

Die Kombination aus historischen Fahrzeugen, authentischen Produktionsstätten, seltenen Fotografien und den persönlichen Erinnerungen ehemaliger Mitarbeiter machte diesen Tag zu einem besonderen Erlebnis für alle Teilnehmer.

UH

Ein besonderer Dank geht an Timo Uhlig und Ingolf Kroitzsch für die Organisation von Seiten des KWD!

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